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Thomas Eindrücke

Sonntag, 01. Juli 2007, 03:45 Uhr:
Das Klingeln meines Weckers beendet eine kurze und unruhige Nacht.
Aufstehen, Zähne putzen, ein letzter Blick in den Spiegel – Mein Gott, was wird heute auf mich zukommen ?
Nach einem spartanischen Frühstück steht auch schon mein Freund und Begleiter Jürgen Ebersmann vor der Tür und es geht ab nach Mainhattan. Mein Rad und das sonstige Equipment musste ich schon einen Tag vorher am Langener Waldsee abgeben. Um halb sechs dann gleich die erste Disziplin: Shuttle-Bus fahren vom Römer (dem späteren Ziel) an den Langener Waldsee, 12 km südlich von Frankfurt. In einem hoffnungslos überfüllten Bus ging es an den See, und als wir aus der fahrbaren Heringsdose rausstolperten, waren wir froh endlich frische Luft einatmen zu können. Plötzlich ging alles ganz schnell und die verbliebene Zeit bis zum Schwimmstart rannte davon: Einchecken, Rad überprüfen – Mist: der Luftdruck stimmt nicht, also schnell noch mal aufpumpen, aber wo kriege ich jetzt eine Pumpe her ? Dank hilfsbereiter Mitstreiter kein Problem ! Jetzt noch schnell in den Neo gezwängt und ab in die Arena. Der Weg dorthin war wie ein Gang zur Hinrichtung. Hunderte von Zuschauern links und rechts hinter dem abgegitterten Bereich. Die Anspannung der 2.260 Athleten war förmlich zu spüren. Nach dem Durchlaufen eines Torbogens der Blick auf den See: Überall schwarze Neos und grüne Bademützen ! Um allen Geprügel beim Schwimmstart aus dem Weg zu gehen, platzierte ich mich ganz außen in Ufernähe, eine ganz wichtige Entscheidung !


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07:00 Uhr: Startschuss 3,8 km Schwimmen
Die Wasseroberfläche des Langener Waldsees verwandelte sich schlagartig in einen riesigen Whirl-Pool. Auf der Ideallinie geht die Post ab ! Von dem Anblick beeindruckt schwimme ich langsam los, schräg Richtung erster Wendeboje. Nach gerade mal zwei Minuten das erste Problem: Die Schwimmbrille beschlägt ! 19,5 Grad Wassertemperatur und meine Körpertemperatur vertragen sich nicht. Also Brille ausspülen und wieder aufsetzen. Weiter geht`s. OK, die Brille ist jetzt wieder klar, aber nicht mehr dicht ! Permanent läuft mir kaltes Wasser in das rechte Augenglas. Also Wasser rauslaufen lassen und Brille erneut aufsetzen. Im dritten Anlauf habe ich es dann endlich geschafft: Die Brille war dicht und klar ! Endlich konnte es losgehen. 
Im Getümmel wäre eine solche Aktion unmöglich gewesen ! Nach den nächsten Kraulzügen das nächste Problem: Urplötzlich wurde mir übel und ich dachte mein Frühstück kommt mir gleich im See entgegen. Mein erster Gedanke: Ich muss hier raus, ich kann nicht mehr ! Mein zweiter Gedanke: Nein, das kannst Du jetzt nicht bringen, reiß Dich zusammen und wenn Du die ganze Strecke Brust schwimmen musst. Nach ein paar Brustzügen schaffte ich es dann doch noch irgendwie bis zur ersten Wendeboje, die ich in einem weiten Bogen (nur keine Schlägerei) umschwamm. Dann kam eine lange Gerade und mit ihr mein Rhythmus. Ohne weitere Probleme konnte ich den Schwimmkurs durchziehen und schneller als erwartet verließ ich nach einer Stunde und 15 Minuten das Wasser. Froh endlich wieder Boden unter den Füßen zu haben. Nach dem ich dann in der Wechselzone endlich mein Fahrrad gefunden hatte, ein freundlicher Helfer hatte mir leider am Samstag einen falschen Ausgang gezeigt, ging es dann los mit der zweiten Disziplin:


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180 km Rad
Die Sonne kam raus und ich war dankbar um jeden Strahl der Wärme brachte. Die Radstrecke war ein zwei Runden-Kurs durch die Wetterau und den südlichen Main-Kinzig-Kreis. Das größte Problem am Anfang: Windschatten fahren vermeiden, denn das brachte eine 6-Minuten-Zeitstrafe und im Wiederholungsfall die Disqualifikation. In den dichten Pulks zu Anfang musste man diesbezüglich höllisch aufpassen und die Race-Marschalls griffen gnadenlos durch. Das erste Highlight auf der Radstrecke: Ein 500 Meter langer Anstieg auf Kopfsteinpflaster in Maintal-Hochstadt, genannt „The Hell“, und der Name war Programm. Auf dem Pflaster wurde man dermaßen durchgerüttelt, dass ich Angst hatte mir fliegen alle Schrauben um die Ohren. Links und Rechts eine tobende Menschenmenge und dröhnend laute Musik. Kurioserweise lief bei mir gerade der Hit von Mika: „Relax – take it easy !“ Dazu zwei als Teufel verkleidete Fans, die einem mit dem Dreizack anfeuerten. Der pure Wahnsinn – Gänsehautfeeling !
Das zweite Highlight erwartet einen in Bad Vilbel, der letzte Anstieg vor Frankfurt, genannt „Heartbreak Hill“. Gesponsert wird das Teilstück von der Firma „Powerbar“, Firmenfarbe gelb. Und ohne Vorankündigung fuhr ich nach einer Rechtskurve vor eine gelbe Wand ! Hunderte von Zuschauern säumten in einer engen Gasse den Anstieg, alle mit gelben Lärminstrumenten ausgestattet, dazu gelbe aufblasbare Torbogen und Fahnen des Sponsors. Durch diese Masse fuhr man dann hindurch. Ohne Übertreibung: Wie bei den Anstiegen der Tour de France ! Man wurde richtig von den Zuschauern angeschrieen. Nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal an diesem Tag musste ich schlucken und mit den Tränen kämpfen. So was hatte ich noch nie erlebt ! Unglaublich ! 
Durch die Abwechslung gingen die 180 km rum wie nichts. Essen, Trinken, Kurbeln, den Wettkampf genießen. Von Müdigkeit oder Schmerzen (noch) keine Spur ! Nach 6 Stunden und 11 Minuten lag auch die zweite Disziplin hinter mir. Geplant hatte ich einen 30er Schnitt. Durch drei Stopps zum Wasserlassen und aufkommendem Wind um die Mittagszeit in der zweiten Radrunde, wurde dieser aber letztendlich auf 29,5 km/h gedrückt. Egal, ich lag immer noch gut in meinem selbstgewählten Zeit-Korridor.
Jetzt kam endlich das was ich eigentlich am stärksten konnte: Laufen ! 
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung wie schwer und wie hart es noch werden sollte !


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42,2 km – der Marathon
Am Mainufer wartete ein 10,5 km langer Rundkurs auf mich, der viermal zu durchlaufen war. Hier hatte ich vor einem Jahr unter den Zuschauern gestanden und die Athleten bewundert und bejubelt. Heute war ich selbst dabei ! Ein Wahnsinns-Gefühl ! Der Wechsel vom Rad zum Laufen klappte prima. Im Wechselzelt wird man persönlich von netten Helferinnen betreut, die einem sogar noch die Schuhe anziehen ! Aus dem Zelt raus und wieder ist man mitten in einer jubelnden Menge. Nach offiziellen Schätzungen sollen mehr als eine halben Millionen Menschen den Wettkampf vor Ort verfolgt haben.
Hier freute ich mich auch endlich meine Familie und die Fans der TSG, Kerstin, Jens, Philipp, Silke, Eva und Thomas zu sehen. Sehr schön war, dass auf beiden Seiten des Mains welche standen und ich so alle 5 km in den Genuss der frenetischen Anfeuerung kam. Jürgen pendelte zu dem über die Brücke und war somit ständig um mein Wohlergehen besorgt. 
Unsicher war ich mir, wie ich jetzt den Marathon angehen sollte. Ich bin zwar schon 5 mal einen gelaufen, aber noch nie mit einer solchen Vorbelastung. Um nichts zu riskieren wählte ich die vorsichtige Variante. Locker laufen ohne zu überziehen, auch wenn die Beine zumindest am Anfang schon schneller wollten. Die ersten beiden Runden lief ich dann auch locker, blieb jeweils unter 1 Stunde und war auf einem guten 4 h Kurs. Ich fühlte mich gut und entsprechend zuversichtlich ging ich in die dritte Runde. Schließlich hatte ich ja schon die Hälfte geschafft ! 
Danach erinnerte ich wohl mehr an einen Duracell-Hasen, dem ganz langsam der Saft ausgeht. Auf der dritten Runde verlor ich schon 10 Minuten und dann kamen die längsten 10,5 Kilometer meines Lebens: Die Beine schwer wie Blei, Schmerzen ohne Ende und permanent die Angst Krämpfe zu bekommen ! Nach dem ich schon während des Radfahrens zwei Salztabletten und beim Laufen nochmals eine Salztablette zu mir genommen hatte, ging ich jetzt volles Risiko: Krampf oder Durchfall oder es geht gut: Ich nahm an den Verpflegungsstationen nochmals zwei Salzsticks und schütte diese mit einem Becher Wasser herunter. Ich darf es vorweg nehmen: Es ging gut ! Nicht unterschätzen sollte man auf der Laufstrecke die vier 180 Grad-Wenden, die zwei Brückenauf- und abgänge und die kurzen Kopfsteinpflasterpassagen. Für eine angeschlagene Muskulatur pures Gift !
Um auch ausreichend mit Flüssigkeit versorgt zu sein, blieb ich an jeder Verpflegungsstation kurz stehen und trank in aller Ruhe etwas. In der letzten Laufrunde wurde die Verweildauer an den Stationen immer länger. Ich lief nur noch von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation um dort stehen zu bleiben und zu trinken oder was salziges zu essen. Die Folge war ein Zeitverlust von 20 Minuten.
Jetzt wusste ich aber woher der IRONMAN seinen Namen bezieht !
Auf die Uhr schaute ich schon lange nicht mehr, mir war alles egal, und ich wollte nur noch auf den Römer, egal wie !
Unglaublich wie ich von den Zuschauern und Helfern in dieser Phase angefeuert wurde: „Thomas, Du bist dabei“ „Der Römer wartet auf Dich“ „Du bist bald ein IRONMAN“ waren Sätze die ich jetzt noch im Kopf habe und wohl so schnell nicht vergessen werde !
Es waren noch 2,5 km bis zum großen Ziel, ein letztes Mal über die Brücke, ein letztes Mal den 180 Grad Turn und ich hatte es geschafft. Das Ziel war greifbar nah !


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Der Zieleinlauf
Der emotionale Höhepunkt des Tages !
200 Meter lang pures Glück. Links und Rechts eine jubelnde Menschenmenge. In diesem Moment vergisst Du alles ! Schmerzen, Qualen, alles ist vorbei. Du hast es geschafft: Jetzt bist Du ein IRONMAN ! Auf dem Zielbogen steht Dein Name, dahinter Deine Zeit: 11 Stunden, 59 Minuten und 23 Sekunden. Wow, mein selbst gestecktes Ziel „unter 12 Stunden“ gerade noch so geschafft, ich hatte nicht mehr daran geglaubt ! Ich hatte auch nicht mehr daran geglaubt mich überhaupt noch freuen zu können, so erschöpft war ich. Doch wie gesagt: Alles vergessen ! Ich reiße die Arme hoch und schreie mein Glück laut in den Frankfurter Abendhimmel ! 


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Der längste Tag des Jahres war vorbei und er bleibt unvergesslich !

(Thomas Götz)

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Danke Schatz  
  Du bist es, der mir gezeigt hat, wie schön das Leben sein kann, als ich die Hoffnung aufgegeben hatte.
Du bist es, der mich so leben lässt, wie ich bin.
Du bist es, der mir die Nähe und Geborgenheit gibt.
Du bist es, der mir täglich immer wieder Energie gibt.

Danke Dir von Herzen!
 
Was gibts Neues bei der Lady?  
  2011
Immer mal wieder die Homepage auf den neusten Stand gebracht.




 
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